📆 Freitag, 4. April
► Europäische Aktien bauten ihre Verluste am Freitag aus, wobei der Stoxx 600 Index um etwa 4 % (!) fiel und damit den niedrigsten Stand seit Anfang Januar markierte. Die wichtigsten Indizes in der gesamten Region sind tief im Minus, darunter der Londoner FTSE 100, der aktuell um 3,9 % niedriger handelt, und der deutsche DAX, der um 4,8 % fiel. Der französische CAC 40 handelt um 4,1 % niedriger, obwohl die Industrieproduktion im Februar um 0,7 % gegenüber dem Vormonat gestiegen war. Die Schwäche ist breit angelegt und wird durch die Angst vor weiteren Vergeltungszöllen (z. B. von der EU, nach China Vergeltungszölle auf die USA) nach der Einführung eines Zolls von 10+20 % auf EU-Importe in die USA durch Trump angetrieben. Die Wirtschaftsdaten zeigten, dass der Einkaufsmanagerindex für das Baugewerbe in Deutschland auf 40,3 fiel, während die Fabrikbestellungen stagnierten. Die Anleiherenditen in der gesamten Region stürzten ab, wobei die 10-Jahres-Rendite in Deutschland um 13 Basispunkte auf 2,51 % und die 10-Jahres-Rendite im Vereinigten Königreich um 11 Basispunkte auf 4,42 % fiel.
► US-Aktien setzten ihren starken Rückgang fort, so z.B. die S&P 500-Futures, die im frühen Handel um 3 % fielen (Nasdaq 100 -3.1%), nachdem der Marktwert bereits gestern um 2,5 Billionen Dollar vernichtet worden war. Der Absturz verschärfte sich drastisch, nachdem das chinesische Handelsministerium angekündigt hatte, dass das Land eine Abgabe von 34 % auf alle US-Produkte erheben werde. Dies entspricht dem Zoll auf chinesische Waren, die in die USA importiert werden, und wurde am Mittwoch von Trump angekündigt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stürzte weiter ab – bis heute um 15 Basispunkte auf 3,90 % (und damit deutlich unter dem Leitzins von 4 %) – was auf eine Flucht in sichere Anlagen (insbesondere Anleihen) zurückzuführen ist. Wie bereits gestern erwähnt, sind vor allem die Gegenmaßnahmen jetzt der nächste Faktor der zu starken Verlusten führen werden. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft (NFP) sollte im März in den USA um 140.000 gestiegen sein, was eine leichte Verlangsamung gegenüber Februar darstellt und die Marktstimmung weiter belasten könnte. Trumps Zölle, darunter ein Zoll von 25 % auf Autoimporte, dürften die US-Wirtschaft bremsen und die Inflation in die Höhe treiben. Ökonomen warnten vor einer möglichen Rezession, falls die Zölle in Kraft bleiben.
► Asiatische Aktien beendeten die Woche deutlich im Minus, was auf Trumps aggressive Zölle und die zunehmenden Rezessionsängste zurückzuführen ist. Der japanische Nikkei 225 fiel um 2,8 % und erreichte damit den niedrigsten Stand seit acht Monaten. Der chinesische Shanghai Composite blieb geschlossen auf Grund eines Feiertages, aber der Offshore-CNY stieg auf 7,25/USD. Der australische ASX 200 stürzte um 2,44 % ab und erreichte damit den niedrigsten Stand seit fast acht Monaten. Der südkoreanische KOSPI-Index fiel um 0,86 % auf 2.465,42, nachdem Präsident Yoon Suk Yeol nach der Bestätigung seiner Amtsenthebung durch das Verfassungsgericht abgesetzt worden war. Diese Verluste sind während der regulären Handelszeit zu verzeichnen – mit starken Verlusten im nachbörslichen Handel, nachdem China Vergeltungsmaßnahmen gegen Trumps Zölle angekündigt hatte.
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